Staud Johannes Maria

Vorname
Johannes Maria
Nachname
Staud
erfasst als
Komponist:in
Interpret:in
Ausbildner:in
Musikpädagog:in
Autor:in
Genre
Neue Musik
Klassik
Subgenre
Elektro-akustische Kompositionen
Modern/Avantgarde
Contemporary
Klangexperimente
Geburtsjahr
1974
Geburtsort
Innsbruck
Geburtsland
Österreich

"Der 1974 in Innsbruck geborene Komponist Johannes Maria Staud bezieht für seine Musik immer wieder Inspiration aus anderen Künsten wie Literatur, Film und bildender Kunst. Auch Reflexionen über philosophische Fragen, gesellschaftliche Prozesse oder politische Ereignisse sind Anlass für seine kompositorische Arbeit. Dabei verwandelt er diese Impulse in sinnliche Klangabenteuer voller Energie. In Wien studierte Johannes Maria Staud Komposition bei Michael Jarrell, elektroakustische Komposition bei Dieter Kaufmann sowie Musikwissenschaft und Philosophie, ehe er sein Kompositionsstudium in Berlin bei Hanspeter Kyburz fortsetzte. Bereits ein Jahr nach seinem Studienabschluss gewann er 2002 den Erste Bank Kompositionspreis, 2003 den Preis des International Rostrum of Composers und 2004 den Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung.

Prestigeträchtige Aufträge folgten: 2004/05 entstand Apeiron für die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle; 2006 wurde Segue für Violoncello und Orchester als Auftrag der Salzburger Festspiele von Heinrich Schiff und den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim uraufgeführt. Johannes Maria revidierte dieses Werk für Jean-Guihen Queyras, der die neue Fassung 2009 mit dem Berliner Konzerthausorchester unter Lothar Zagrosek uraufführte. 2004 kam seine erste Oper Berenice nach E. A. Poe bei der Münchener Biennale heraus, in Koproduktion mit den Wiener Festwochen und den Berliner Festspielen in einer Inszenierung von Claus Guth.

Seine Auseinandersetzung mit dem jüdischen Schriftsteller und Zeichner Bruno Schulz hinterließ direkte Spuren in Werken wie dem Orchesterdiptychon Zimt. Der erste Teil, On Comparative Meteorology, war zunächst 2009 vom Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst und in der Neufassung 2010 vom RSO Wien unter Peter Eötvös uraufgeführt worden; der zweite Teil Contrebande (On Comparative Meteorology II) wurde von Pierre Boulez für das Ensemble Modern Orchestra in Auftrag gegeben und 2010 aus der Taufe gehoben. Als Capell-Compositeur der Sächsischen Staatskapelle Dresden für die Saison 2010/11 komponierte er unter anderem Tondo, uraufgeführt unter Christoph Eschenbach. Auf die Stimme der weißen Kreide (Specter I-III), wurde 2015 durch das Ensemble Modern beim Festival Musica in Straßburg uraufgeführt, und das Ensemble intercontemporain präsentierte das Diptychon Par ici! – Par là!, erstmals komplett beim Kölner Festival Acht Brücken 2016. Das für Midori komponierte Violinkonzert Oskar (Towards a Brighter Hue II) kam 2014 beim Lucerne Festival zur Uraufführung, ebenso wie die später auch in Köln, Wien und Bozen präsentierte Oper Die Antilope nach einem Libretto von Durs Grünbein. Der Dichter lieferte auch die Textvorlage zu Der Rissdurch den Tag (2011), ein Monodram für Bruno Ganz und für die Oper Die Weiden, welche 2018 and der Wiener Staatsoper mit großem Erfolg uraufgeführt und 2019 wiederaufgenommen wurde.

Stromab (so der Titel) führte Johannes Maria Stauds großes Orchesterwerk, das 2017 vom Royal Danish Orchestra unter Alexander Vedernikov uraufgeführt wurde und anschließend in Wien (Wiener Symphoniker unter François-Xavier Roth), Cleveland und New York (Cleveland Orchestra unter Franz Welser Möst) zu hören war. 2018 hoben die Wiener Philharmoniker ohne Dirigenten sein Orchesterwerk Scattered Light bei Wien Modern aus der Taufe und gastierten damit anschließend in Berlin. Mit barocker Alchemie beschäftigte er sich für die Werke Terra Pinguis und Terra Fluida, 2019 vom Münchener Kammerorchester bzw. dem Boulanger Trio uraufgeführt. 2020 kam Epicentre.Seismic construction in 3 parts für drei Schlagwerker mit Martin Grubinger zur Uraufführung, und das Ensemble PHACE hob Am Horizont (…schon ganz woanders…) aus der Taufe.

Zu den wichtigen Werken der letzten Jahre gehören Listen, Revolution (we’re buddies, see -), das 2021 vom ensemble xx. jahrhundert bei Wien Modern zur Uraufführung gebracht wurde und anschließend mit dem Ensemble Modern in Frankfurt zu erleben war, und Once Anything Might Have Happened für Sopran, Horn, Ensemble und Live-Elektronik, in Auftrag gegeben vom Ensemble intercontemporain und dem IRCAM und uraufgeführt beim Festival ManiFeste mit der Sopranistin Sophia Burgos unter der Leitung von Matthias Pintscher. Das Musiktheaterwerk Missing in Cantu nach einem Libretto von Thomas Köck feierte 2023 im Rahmen des Kunstfest Weimar Premiere und kam in der Saison 2025/2026 am Tiroler Landestheater Innsbruck in einer Neuinszenierung zur österreichischen Erstaufführung. In den letzten beiden Spielzeiten war das Schlagzeugkonzert Whereas the Reality Trembles, uraufgeführt 2023 durch Christoph Sietzen mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser Möst, als Co-Auftrag von Wiener Konzerthaus, BR, WDR und SWR in Wien, Köln, Essen, Stuttgart, Hamburg, Linz und München zu erleben. Stachel. Rhapsodie für Streichorchester wurde 2025 vom Münchener Kammerorchester unter Bas Wiegers uraufgeführt und als Co-Auftrag des Festivals Les Musicales de Quiberon unter der Leitung von Pascal Gallois vom MKO auf Frankreich-Tournee mitgenommen. Mit Die schöne Müllerin/These Fevered Days entstand eine Ensemblefassung des Schubertschen Liedzyklus' mit sieben neuen Liedern auf Texte von Emily Dickinson für den Tenor Christoph Prégardien, in Auftrag gegeben von Ensemble Kontraste, Casa da Música Porto, Wiener Konzerthaus, Klangspuren Schwaz und Osterfestival Tirol und interpretiert vom Ensemble Kontraste, dem Klangforum Wien und dem Ensemble Remix. Das Blechbläserquintett Jagende Wolken, blendendes Blau! für das Ensemble Schwerpunkt und das Ensemble Windkraft wurde beim Osterfestival Tirol uraufgeführt und bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik zur deutschen Erstaufführung gebracht. Beim Carinthischen Sommer 2026 wurden gleich zwei Werke uraufgeführt – Cahier des équilibres mouvants, Johannes Maria Stauds 2. Streichquartett durch das Kuss Quartett und das Orgelwerk Tulpa/Doppelgänger (in memoriam Uwe Dierksen) für Orgel solo durch Wolfgang Kogert.

Das 2. Streichquartett kommt in der laufenden Saison im Wiener Konzerthaus und in der Elbphilharmonie in Hamburg erneut zur Aufführung. Johannes Maria Staud schreibt aktuell an einem Solo für Klavier für Igor Levit, beauftragt von Le Piano Symphonique Luzern, Heidelberger Frühling, Klavier-Festival Ruhr und Wigmore Hall, sowie an einer abendfüllenden großen Oper für das Opernhaus Zürich.

2015/2016 war Johannes Maria Staud Gastprofessor an der Wiener Musikuniversität, seit 2018 ist er als Professor für Komposition an der Universität Mozarteum in Salzburg tätig. Er erhielt 2009 den Paul-Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals, 2012 den Preis für Musik der Stadt Wien, 2022 den Österreichischen Kunstpreis und 2025 den Tiroler Landespreis für Kunst. Er ist Mitinitiator der jährlich alternierend in Marseille und Salzburg stattfindenden Kompositions-Sommerakademie Arco. 2024 erschien auf dem Label NEOS eine Porträt-CD mit kammermusikalischen Kompositionen, gespielt u. a. vom Boulanger Trio, dem Ensemble Modern und dem Ensemble Recherche." 
Johannes Maria Staud: Über - Biografie, abgerufen am 14.10.2026 [https://www.johannesmariastaud.com/de/%C3%BCber]

Stilbeschreibung

"Der Komponist Johannes Maria Staud [...] bezieht für seine Musik immer wieder Inspiration aus anderen Künsten wie Literatur, Film und bildender Kunst. Auch Reflexionen über philosophische Fragen, gesellschaftliche Prozesse oder politische Ereignisse sind Anlass für seine kompositorische Arbeit. Dabei folgen seine kunstvoll konstruierten Werke einer konsequenten Dramaturgie."
Universität Mozarteum Salzburg: Johann Maria Staud, abgerufen am 13.10.2026 [https://www.moz.ac.at/de/personen/komposition-musiktheorie/johannes-mar…]

"Johannes Maria Staud hat nicht lange gebraucht, sich von den vermeintlichen Zwängen, als junger Komponist so genannte 'neue Musik' zu schreiben, loszusagen. Es ist ihm auch gelungen, der Gefahr der 'Postmodernität' auszuweichen. Er hat seine eigene Sprache gefunden, die ohne falsche Kompromisse den Hörer direkt anspricht, ihn emotional packt und dank den wunderbar ausgehörten Feinheiten der Instrumentation fasziniert. Er arbeitet äußerst selbstkritisch und langsam an seinen Partituren und es ist nicht von ungefähr, dass sie die große Hürde der zweiten Aufführung alle überlebt haben. Johannes Maria Stauds Name steht heute international für die junge österreichische Komponistengeneration schlechthin. Seine Kompositionen werden überall in der Welt (auch im Fernen Osten) gespielt und es gibt Grund für die Zuversicht, dass seine Musik das Verstreichen der Zeit überleben wird."
Universal Edition: Johannes Maria Staud - Über die Musik (2016), abgerufen am 15.10.2026 [https://www.universaledition.com/Personen/Johannes-Maria-Staud/]

"Johannes Maria Staud ist ein Komponist, der sich raffiniert aus der Palette der Kompositionsmittel bedient und sich dennoch einen unmittelbaren und sehr originären Zugriff auf die Materie Musik bewahrt hat." 
Die Presse: Tiroler Komponist Staud erhält Paul Hindemith-Preis (2009), abgerufen am 30.08.2020 [https://www.diepresse.com/482759/tiroler-komponist-staud-erhalt-paul-hi…]

Auszeichnungen, Förderungen & Stipendien

1997 Kompositionswettbewerb "stasis et vita", Kassel (Deutschland): 3. Preis (Oxymoron) 
1999 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium (... gleichsam als ob ... - für großes Orchester) 
1999–2000 Alban Berg Stiftung: Stipendium 
2000 Hanns Eisler Kompositionswettbewerb - Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin (Deutschland): 1. Preis 
2001 Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Österreichischer Förderungspreis für Musik
2002 Salzburger Osterfestspiele: Kompositionspreis 
2002 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG: Erste Bank Kompositionspreis (Configurations/Reflet) 
2003 IRC – International Rostrum of Composers: 1. Preis i.d. Kategorie "Komponisten unter 30 Jahren" (Polygon) 
2003–2004 Heinrich-Strobel-Stiftung, SWR – Südwestrundfunk (Deutschland): Stipendium 
2004 Ernst von Siemens Musikstiftung (Deutschland): Komponisten-Förderpreis 
2006 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Staatsstipendium für Komposition 
2006 Tanglewood Sommerkurse - TMC – Tanglewood Music Center (USA): Featured Composer 
2007–2009 Cleveland Orchestra (USA): Daniel R. Lewis Young Composer Fellowship 
2009 Klangspuren Schwaz: Composer in Residence 
2009 Amt der Tiroler Landesregierung: Emil-Berlanda-Preis 
2009 Schleswig Holstein Musik Festival (Deutschland): Paul-Hindemith-Preis 
2012 Stadt Wien: Preis für Musik 
2012 Ernst von Siemens Musikstiftung (Deutschland): Kompositionsförderung (Fugu)
2013 Salzburger Mozartwoche - Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg: Composer in Residence 
2013 Ernst von Siemens Musikstiftung (Deutschland): Kompositionsförderung (Die Antilope)
2014 Lucerne Festival (Schweiz): Composer in Residence
2015 Ernst von Siemens Musikstiftung (Deutschland): Kompositionsförderung (Wheat, not oats, dear. I'm afraid)
2016 Fondation Prince Pierre de Monaco (Monaco): Coup de Coeur des Jeunes Mélomanes (Oskar (Towards a Brighter Hue II)) 
2016 Stadt Innsbruck: Preis für künstlerisches Schaffen
2019 Ernst von Siemens Musikstiftung (Deutschland): Kompositionsförderung (Terra Pinguis (für Arthur))
2021 Aspekte Salzburg: Composer in Residence 
2022 Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport: Österreichischer Kunstpreis i.d. Kategorie "Musik"
2024 Ernst von Siemens Musikstiftung (Deutschland): Kompositionsförderung (September Music)
2025 Amt der Tiroler Landesregierung: Tiroler Landespreis für Kunst

Ausbildung

1994–2001 Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien: Elektroakustische Komposition (Dieter Kaufmann), Komposition (Michael Jarrell), Tonsatz (Iván Eröd) - Diplom mit einstimmiger Auszeichnung 
1999–2000 Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin (Deutschland): Komposition (Hanspeter Kyburz)

zahlreiche weitere Kompositionskurse, u. a. bei: Brian Ferneyhough, Alois Pinos

Tätigkeiten

1997–heute Komponistengruppe »Gegenklang«, Wien: Gründungsmitglied (mit Gerald Resch, Miguel Gálvez-Taroncher, Marcel Reuter, Jorge Sánchez-Chiong, Ališer Sijaric, Robert M. Wildling, Reinhard Fuchs)
2000–2016 Universal Edition: Verlagsvertrag
2004–2010 London (Großbritannien): freischaffender Komponist
2010–2011 Sächsische Staatskapelle Dresden (Deutschland): Capell-Compositeur
2015–2016 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Gastprofessor (Komposition; Vertretung Michael Jarrell)
2016–2017 Outstanding Artist Award für Musik - Bundeskanzleramt, Sektion für Kunst und Kultur: Jurymitglied (mit Clemens Gadenstätter, Alexandra Karastoyanova-Hermentin, David Helbock, Mia Zabelka)
2017–heute Breitkopf & Härtel: Verlagsvertrag
2018–heute Universität Mozarteum Salzburg: Professor (Komposition)
2019–heute ARCo – Art, Research and Creation Opus, Marseille/Salzburg: Co-Initiator, Dozent
2022 21. Gustav Mahler Kompositionswettbewerb - Stadt Klagenfurt: Jurymitglied
2022 Future Lab | Composers Lab - Klangspuren Schwaz: Dozent, Jurymitglied
2022 Staatsstipendien für Komposition - Abteilung IV/A/2 Musik und darstellende Kunst, Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport: Jurymitglied (mit Gina Schwarz, Joanna Woźny)
2025 Composers Lab - Klangspuren Schwaz: Mitarbeiter

Schüler:innen (Auswahl) 
Mathias Johannes Schmidhammer, Karim Zech, Sara Stevanović, Elvira Garifzyanova, Kurt Egemen, Ikumi Yamauchi, Giorgio Musolesi, Jean-Baptiste Marchand, Daniel Serrano García, Andreas Heyer, Jakob Gruchmann, Aron Ludwig

Zusammenarbeit mit zahlreichen bekannten Ensembles/Orchestern, bspw. mit: ASKO-Ensemble, Avanti!Ensemble, Birmingham Contemporary Music Group, Ensemble InterContemporain, Ensemble Kontrapunkte, Ensemble Modern Frankfurt, Ensemble xx. jahrhundert/Ensemble xxi. jahrhundert, Klangforum Wien, Österreichisches Ensemble für Neue Musik, die reihe, Remix Ensemble, Scharoun-Ensemble, Tiroler Ensemble für Neue Musik, Ensemble Laboratorium, Tokyo Sinfonietta, Windkraft Tirol, WDR-Chor Köln, Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker, BBC Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra, Deutsches Sinfonieorchester Berlin, Heidelberger Symphoniker, NDR SO, SWR-Symphonieorchester Baden-Baden/Freiburg, WDR Sinfonieorchester Köln, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Radio-Symphonieorchester Wien, Holland Symphonia, New World Symphony Orchestra, NHK Tokyo Symphony Orchestra, Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, Prager Kammerphilharmonie

Aufträge (Auswahl)

1997 Amt der Tiroler Landesregierung: Dichotomie
1997 Österreichischer Rundfunk (ORF) – Landesstudio Tirol: Die Ebene
1998 für Klangspuren Schwaz - Amt der Tiroler Landesregierung: Black Moon 
1999 WDR – Westdeutscher Rundfunk (Deutschland), Tiroler Sängerbund: der kleinste abstand zwischen zwei gegenständen
1999 im Rahmen des Millenium-Programms "Frankfurt Zweitausend" - Stadt Frankfurt/Main (Deutschland), Ensemble Modern Frankfurt (Deutschland), Wiener Konzerthaus: Vielleicht zunächst wirklich nur
1999 Klangspuren Schwaz: ... gleichsam als ob ...
2000 Ensemble Modern Frankfurt (Deutschland): Incipit 
2001 für den Europäischen Musikmonat Basel 2001 - Klangforum Wien: A map is not the territory 
2001 für Klangspuren Schwaz - Hypo-Bank Tirol: Esquisse retouchée (Incipit 2) 
2002 Österreichischer Rundfunk – ORF: Polygon
2003 WDR – Westdeutscher Rundfunk (Deutschland): Berenice. Lied vom Verschwinden
2003 NDR – Norddeutscher Rundfunk (Deutschland), Ensemble Modern Frankfurt (Deutschland), Casa da Música Porto (Portugal): Berenice. Suite I, Berenice. Suite II
2004 Internationaler Musikwettbewerb der ARD (Deutschland): Towards a Brighter Hue 
2004 Klavier-Festival Ruhr (Deutschland): Peras
2004 Berliner Philharmoniker (Deutschland): Apeiron 
2005 WDR – Westdeutscher Rundfunk (Deutschland): Incipit III (Esquisse retouchée II) 
2005 für Klangspuren Schwaz - Stadt Innsbruck: Violent Incidents (Hommage à Bruce Nauman)
2006 Casa da Música Porto (Portugal): Portugal 
2006 für die Salzburger Festspiele - Wiener Philharmoniker: Segue 
2006 mit finanzieller Unterstützung des Arts Council England West Midlands - Birmingham Contemporary Music Group (Großbritannien): One Movement and Five Miniatures
2006 Philharmonie Paris (Frankreich): Donum (Segue II für Pierre Boulez)
2007 Harvard Musical Society, Boston (USA): Für Bálint András Varga. Zehn Miniaturen für Klaviertrio 
2007 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Zaterdag Matinee-Konzerte Amsterdam (Niederlande), Festival Musica Strasbourg (Frankreich), Bamberger Symphoniker (Deutschland): Im Lichte 
2007 WDR – Westdeutscher Rundfunk (Deutschland): Im Lichte II 
2008 Österreichischer Rundfunk – ORF, Radio Symphonieorchester Wien: Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte (Dichotomie II) 
2008 mit Unterstützung vom Young Composers Endowment Fund - Cleveland Orchestra (USA): On Comparative Meteorology 
2009 Sächsische Staatskapelle Dresden (Deutschland): Tondo
2010 mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und Kulturfonds Frankfurt Rheinmain - Pierre Boulez, Ensemble Modern Frankfurt (Deutschland): Contrebande (On Comparative Meteorology II) 
2010 Sächsische Staatskapelle Dresden (Deutschland): Der Riß durch den Tag, 
2011 Wien Modern, Tanzquartier Wien GmbH: Tableaux vivants
2011 BR – Bayerischer Rundfunk (Deutschland): Maniai 
2011 Sächsische Staatskapelle Dresden (Deutschland): Celluloid 
2011 Institut de recherche et coordination acoustique – IRCAM (Frankreich): Le Voyage
2011 für das Festival Agora (Frankreich) - Ensemble InterContemporain (Frankreich): Par ici! 
2012 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg: Fugu (河豚)
2012 Klangspuren Schwaz, Concertgebouw Brügge (Belgien), Cité de la Musique Paris (Frankreich): K'in
2013 Projekt "Beyond Recall" - Salzburg Foundation: Caldera (für Tony Cragg)
2013 gefördert durch die Ernst von Siemens-Musikstiftung - Luzerner Theater (Schweiz): Die Antilope 
2014 Lucerne Festival (Schweiz), Luzerner Sinfonieorchester (Schweiz), Wiener Konzerthaus, ORF Radio Symphonieorchester Wien: Oskar (Towards a Brighter Hue II)
2014 Musikprotokoll im Steirischen Herbst: Stringendo (Zugabe für Emil Breisach)
2014 Steirischer Herbst: Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen
2015 gefördert durch die Ernst von Siemens-Musikstiftung - ensemble recherche, Musikprotokoll im Steirischen Herbst: Wheat, not oats, dear. I'm afraid
2015 mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union - KölnMusik GmbH (Deutschland), Elbphilharmonie Hamburg (Deutschland), European Concert Hall Organisation: Wasserzeichen (Auf die Stimme der weißen Kreide II) 
2015 Ensemble InterContemporain (Frankreich): Par là!
2016 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg: Fugu (河豚) II
2016 Royal Danish Orchestra (Dänemark), Wiener Konzerthaus, Cleveland Orchestra (USA), Carnegie Hall New York (USA): Stromab
2016 gefördert durch die Ernst von Siemens-Musikstiftung - Wiener Staatsoper: Die Weiden (The Willows) 
2016 SWR – Südwestrundfunk (Deutschland): Der Gesang der Weiden
2018 Wien Modern, Konzerthaus Berlin (Deutschland), Tiroler Symphonieorchester Innsbruck: Scattered Light 
2019 mit Unterstützung von Ernst von Siemens Musikstiftung - Wien Modern, Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: À propos de ... raisins rouges (UA)
2019 mit Unterstützung von Ernst von Siemens Musikstiftung, Musikkollegium Winterthur - MKO – Münchener Kammerorchester (Deutschland): Terra Pinguis (für Arthur) 
2019 Alban Berg Stiftung, Kasseler Musiktage (Deutschland), Wien Modern: 2. Klaviertrio "Terra fluida"
2019 Teil des "Non Beethoven Projektes" - KölnMusik GmbH (Deutschland), Philharmonie Köln (Deutschland): Epicentre
2020 mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus - PHACE, Osterfestival Tirol: Am Horizont (... schon ganz woanders ...)
2020 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Now for Something Different (Bright Music for Dark Times)
2020 mit Unterstützung der Alban Berg Stiftung - Ludwig Chamber Players, Alban Berg Ensemble Wien: Yattsu (八つ)
2021 Wiener Symphoniker, Wiener Konzerthaus: Jittering Directions (The Fury of Our Concepts)
2021 Ensemble xxi. jahrhundert, Ensemble Modern Frankfurt (Deutschland), Wien Modern: Listen, Revolution (We're buddies, see–)
2021 Ensemble InterContemporain, Institut de recherche et coordination acoustique – IRCAM (Frankreich): Once Anything Might Have Happened
2022 Cleveland Orchestra (USA), Wiener Konzerthaus, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (Deutschland): Whereas the Reality Trembles
2022 Kunstfest Weimar (Deutschland), Deutsches Nationaltheater Weimar (Deutschland): missing in cantu
2023 anlässlich von Michael Jarrells 65. Geburtstag - Ensemble Contrechamps (Schweiz): Play louder!
2023 für das Klangforum Wien - ensemble KONTRASTE (Deutschland), Casa da Musica Porto (Portugal), Wiener Konzerthaus: Die schöne Müllerin/These Fevered Days
2024 Klangspuren Schwaz, MKO – Münchener Kammerorchester (Deutschland): September Music
2024 WDR – Westdeutscher Rundfunk (Deutschland), Windkraft – Kapelle für Neue Musik, Osterfestival Tirol: Jagende Wolken, blendendes Blau!
2024 gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung - MKO – Münchener Kammerorchester (Deutschland), Les Musicales de Quiberon/Opéra de Rennes (Frankreich), Klangspuren Schwaz: Stachel. Rhapsodie für Streichorchester
2025 Internationaler Salzburger Mozartwettbewerb: A propos… de nuages chassants 
2025 Carinthischer Sommer: Tulpa/Doppelgänger
2025 Elbphilharmonie Hamburg (Deutschland), Wiener Konzerthaus, Irene Steels-Wilsing-Quartettstiftung (Deutschland), Carinthischer Sommer: Cahier des équilibres mouvants

Uraufführungen (Auswahl)*

1997


1998


1999 


2000 


2001 


2002 


2003 


2004

  • Otto Katzameier (bar), Anne-Carolyn Schlüter (ms), Dorothee Mields (s) - Klangforum Wien, Stefan Asbury (dir) - Münchner Biennale, Theater am Gärtnerplatz München (Deutschland): Berenice (UA)

2005 


2006 


2007


2008 


2009 


2010 


2011


2012

  • Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons (dir), Residenz München (Deutschland): Maniai (UA)
  • Marcel Bozonnet (spr), Robin Meier (elec), Ensemble InterContemporain, Geoffroy Jourdain (dir) - Institut de recherche et coordination acoustique – IRCAM, Centre Pompidou Paris (Frankreich): Le Voyage (UA)
  • Kammerchor Accentus, Camerata Salzburg, Laurence Equilbey (dir) - Salzburger Festspiele, St. Peter Salzburg: Infin che'l mar fu sovra noi richiuso (UA) 

2013


2014 


2015 


2016 

  • Ensemble InterContemporain, Tito Ceccherini (dir) - Festival Acht Brücken Köln, Philharmonie Köln (Deutschland): Par là! (UA)

2017


2018 


2019 


2020 


2021


2022

  • Yeree Suh (s), Wiener Symphoniker, Andrés Orozco-Estrada (dir), Wiener Konzerthaus: Jittering Directions (The Fury of Our Concepts) (UA)
  • Sarah Aristidou (s), Axel Bauni (pf) - Kissinger Sommer, Rossini-Saal Bad Kissingen (Deutschland): Jittering Directions II (UA)
  • Trio Frullato: Stefan Tomaschitz (fl), Robert Gillinger (fg), Ines Schüttengruber (pf) - Kultursommer Stift Melk: Now for Something Different (Bright Music for Dark Times) (UA)
  • Sophia Burgos (s), Jean-Christophe Vervoitte (hn), Ensemble InterContemporain, Matthias Pintscher (dir) - Mani-Feste festival, Philharmonie de Paris (Frankreich): Once Anything Might Have Happened (UA)

2023

  • Ensemble Contrechamps, Salle Ernest Ansermet Genf (Schweiz): Play louder! (UA)
  • Kunstfest Weimar, Deutsches Nationaltheater Weimar (Deutschland): missing in cantu (UA)
  • Christoph Sietzen (perc), Cleveland Orchestra, Franz Welser-Möst (dir), Severance Hall Cleveland (USA): Whereas the Reality Trembles (UA)

2024

  • MKO – Münchener Kammerorchester, Bas Wiegers (dir) - Klangspuren Schwaz: September Music (UA)
  • SWR Vokalensemble, Ustina Dubitsky (dir), Alte Oper Frankfurt (Deutschland): Der Gesang der Weiden (UA)
  • Christoph Prégardien (t), ensemble KONTRASTE, Gregor A. Mayrhofer (dir), Nürnberg (Deutschland): Die schöne Müllerin/These Fevered Days (UA)

2025 


2026 

Pressestimmen (Auswahl)

21. Mai 2026
über: missing in cantu (eure paläste sind leer) (2022–2023)
"Johannes Maria Staud ist kein Komponist, der seiner Arbeit in einem Elfenbeinturm nachgeht: Der gebürtige Tiroler fabriziert nicht bloß zeitgenössische Klangbilder, er legt auch ein Faible für die brennenden Themen der Gegenwart an den Tag [...]. Dieser Tage gelangt nun Stauds jüngstes Bühnenwerk zur Österreich-Premiere – allerdings nicht in Wien, sondern in der Geburtsstadt des Innsbruckers: Das Tiroler Landestheater zeigt ab Samstag im Großen Haus missing in cantu (eure Paläste sind leer). Auch dieser Abend, entstanden in Zusammenarbeit mit dem gefragten Autor Thomas Köck, wird von Gesellschaftskritik gespeist: Die Oper geißelt den westlichen Kapitalismus – und lässt ihn in einer fernen Zukunft kollabieren [...]. Abwechslungsreich gestaltet die Partitur: Die wurde bereits bei der Uraufführung beim Kunstfest Weimar 2023 für ihren Farbenreichtum gelobt, changiert den Premierenberichten zufolge zwischen Opernparodie, atmosphärischer Elektronik, Jazz-Tupfern und Gospelnoten."
Der Standard: Johannes Maria Stauds "Missing in cantu": Kapitalistenland ist abgebrannt (Christoph Irrgeher, 2026), abgerufen am 13.10.2026 [https://www.derstandard.at/story/3000000321697/johannes-maria-stauds-mi…]

03. September 2023
über: missing in cantu (eure paläste sind leer) (2022–2023)
"Johannes Maria Staud hat aus dem Vollen geschöpft – in jeder Hinsicht. Was als zartes, irritierendes Klanggeflecht beginnt, entfaltet später szenenweise musicalartige Bombastik, lässt Jazz und Swing aufblitzen, wirkt mal wie Filmmusik und überrascht an anderer Stelle mit einem Choral."
Salzburger Nachrichten: Musiktheater von Staud und Köck in Weimar uraufgeführt (Wolfgang Huber-Lang, 2023)

18. Februar 2022
über: Jittering Directions (The Fury of Our Concepts) (2021)
"Eine Uraufführung! Johannes Maria Staud hat sechs Gedichte des US-amerikanischen Lyrikers William Carlos Williams unter dem Titel Jittering Directions (The Fury of Our Concepts) vertont: sechs Wegweiser, die flatternd in eher düstere Gefilde führten. Mit selbstverständlicher Virtuosität schuf der 47-jährige Komponist prägnante, abwechslungsreiche Stimmungsbilder und nutzte dabei die vielgestaltigen Klangmöglichkeiten des Orchesterapparats so selektiv wie fantasievoll."
Der Standard: Wiener Symphoniker mit Neuheit von Staud im Konzerthaus (Stefan Ender, 2022), abgerufen am 14.10.2026 [https://www.derstandard.at/story/2000133483888/wiener-symphoniker-mit-n…]

07. Dezember 2018 
über: Die Weiden (2016–2018)
"Staud ist [...] einer der begehrten Komponisten Europas. Dass am Samstag sein Musiktheater Die Weiden an der Wiener Staatsoper uraufgeführt wird - als erste Neuheit seit 2010, seit Aribert Reimanns Medea -, untermauert dieses Faktum. Die Erfolgsgründe liegen bei Staud auf der Hand: Der 1974 in Innsbruck Geborene, der vor konservativer Enge nach Wien floh und unter anderem bei Michael Jarrell und Iván Eröd studierte, verbindet in seiner Kunst elegantes Handwerk und klangliche Sinnlichkeit mit harmonischer Raffinesse und struktureller Intelligenz. Staud, den in seiner Jugend Beethoven, Schubert und Mahler zum Komponieren animiert hatten, bezieht seine Inspiration natürlich aus Literatur, Film und Kunst. Zudem nimmt er - als wacher Zeitgenosse - das politische Geschehen mit in die Komponierstube und verarbeitet dieses in abstrakten Geschichten. So wie bei den Weiden. Es soll auch das neue Werk als engagierte Zeitoper verstanden werden, in der die Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage Europas (im Umfeld von Abschottung und Populismus) spürbar wird." 
Der Standard: Komponist Johannes Maria Staud - Engagierter Advokat der Moderne (Ljubisa Tosic, 2018), abgerufen am 30.08.2020 [https://www.derstandard.at/story/2000093345779/komponist-johannes-maria…]

November 2014
über: Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte (Dichotomie II) (2008–2009)
"[Geistig durchdringend] Das gilt auch für das zweite Orches­terquartett von Johannes Maria Staud. Ein eigenwilliger Titel: "Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte", entstanden 2008 bis 2009. Nachts sind alle Katzen grau, sagt das Sprichwort. Nachts verändert sich auch unsere Wahrnehmung der Welt, unserer Umgebung, der Straßen und Gassen in unserer Stadt. Etwas Unwirkliches dringt in Auge und Bewusstsein ein. Wir drohen zu verirren, uns zu verlieren. Staud dringt mit seiner Musik in diese strukturellen Verwirrungen ein. Sie erscheint wie ein kartographiertes klingendes Psychogramm. Wie immer dicht komponiert, klanglich gespannt, unwirklich-unwirtlich in der emotionalen Wirkung. Ein anderes, aber ebenso spannendes Stück wie Hosokawas "Fluss". Mit dem Streichmusikanten irren wir durch das Gassengewirr der Orchesterklänge." 
neue musikzeitung: Großer Klavierklang, fließende Streichquartette (Gerhard Rohde, 2014), abgerufen am 30.08.2020 [https://www.nmz.de/artikel/grosser-klavierklang-fliessende-streichquart…]

06. September 2014 
über: Die Antilope (2014)
"Die neue Oper von Johannes Maria Staud und Durs Grünbein begibt sich - musikalisch bunt und vielfältig - in das Reich der Fabel, um die Bedingungen der modernen Arbeitswelt zu kritisieren [...]. Die Uraufführung mit dem Lucerner Sinfonieorchester und dem Chor des Lucerner Theaters unter der Leitung von Howard Arman lässt einen Komponisten erkennen, der ein gutes Gespür für dramatische Abläufe hat. Die Palette reicht vom flotten Champagnerchor bis zum expressiven Sologesang, vom rezitativischen Gejohle bis zur sentenzartigen Chornummer, von der Ironie der Doktorszenen bis zur Poesie der singenden Skulptur. Das Orchester nimmt dabei eine illustrierende, teils eine zum Vokalen gegenläufige Haltung ein." 
Neue Zuercher Zeitung: Der Sprung nach Afrika (Thomas Schacher, 2014), abgerufen am 13.10.2026 [https://zeitungsarchiv.nzz.ch/read/124023/124023/2014-09-06/59]

19. August 2014 
über: Der Riss durch den Tag (2011)
"Johannes Maria Staud greift in seinem Stück "Der Riss durch den Tag" auf das Modell des Monodrams zurück [...]. Stauds Musik, die sich eine grosse Autonomie bewahrt, kommt sehr ausdrucksvoll daher und erinnert bisweilen an Bergs "Wozzeck". Auch in der abwechslungsreichen Dramaturgie der Grossform klingt sie sehr europäisch." 
Neue Zuercher Zeitung: Die Welt von heute (Thomas Schacher, 2014), abgerufen am 13.10.2026 [https://zeitungsarchiv.nzz.ch/read/124158/124158/2014-08-19/45]

09. November 2010 
"Eine konkrete Inspirationsquelle liegt dem Werk "Contrebande (On Comparative Meteorology II)" von Johannes Maria Staud zugrunde; nämlich das Werk des polnisch-jüdischen Visionärs Bruno Schulz und dessen phantastisch-expressionistischen Kindheitserinnerungen. Ohne in eine konkrete Bildsprache abzudriften, gelingt es dem Komponisten, ein Innenleben mit der Wahrnehmung eines Kindes, wie es scheint, zu spiegeln, in dem alles so vertraut wie auch bedrohlich klingt: Perkussionsklänge changieren zwischen Glockenspiel und Scherbengeklirr wie wiederkehrenden absteigenden Glissandi der Streicher - sie suggerieren gleichsam Boden- und Kontrollverlust. Es entsteht eine Welt als Sog, aus dem es kein Entrinnen gibt." 
nmz – neue musikzeitung: Sinn im Paradoxon: Drei Uraufführungen mit dem Ensemble Modern Orchestra im Konzerthaus Berlin (Barbara Eckle, 2011), abgerufen am 30.08.2020 [https://www.nmz.de/online/sinn-im-paradoxon-peter-eoetvoes-und-das-ense…]

01. September 2007
über: Johannes Maria Staud: A Map Is Not The Territory (Kairos, 2003)
"Mit seinen 30 Jahren hat Staud zwar noch die ganze Zukunft vor sich. Musikalisch hat er jedoch die Einflüsse seiner Lehrer Michael Jarrell und Hanspeter Kyburz bereits so sortiert und bearbeitet, dass seine Werke eine erstaunliche Fertigkeit und Intensität besitzen. Gleich fünf Kompositionen aus den Jahren 1998–2003 bilden auf der ihm jetzt gewidmeten und von erstklassigen Solisten verwalteten CD einen Ein- und Ausblick auf die prozessualen Schubkräfte Stauds, auf sein oftmals wie exzessiv wirkendes Vorantasten. Gleichsam als beispielhaftes Navigationssystem durch die stets handfeste Klanglichkeit macht "A map is not the territory" für große Ensembles den Anfang. Es sind auf drei Sätze verteilte Studien über die oftmals auch unterschwellig daherkommenden Leerstellen zwischen sich zurückziehenden Mikrointervallen und selbstbewußt auftrumpfender Schneidigkeit. In diesen Spannungsverhältnissen pendeln sich auch die "Bewegungen" für Klavier solo sowie das Klavierkonzerstück "Polyglon" ein und aus. Das Mechanische, mit dem Staud eine gewaltige Kulisse hochfahren lässt, wechselt sich mit kontinuumsbrechenden Reduktionen ab, spiegelt dabei selbst die erratische Sprödigkeit unmittelbarer, elementarer Emphase wider. Und wie ist "Berenice" für Sopran, Ensemble und Tonband nach seiner Uraufführung in Witten gereift? Immer noch steht die abgedunkelte Aura dieses Teilstücks einer geplanten Edgar Allen-Oper (Libretto: Durs Grünbein) für den Versuch, die Nach-Moderne neu zu konzipieren. Eingelöst hat das Staud da eher schon mit seinen früheren Werken. Dafür gibt es auch Blumen."
RONDO: Johannes Maria Staud - A Map Is Not The Territory, Bewegungen, Polyglon, Berenice u.a. (Guido Fischer, 2007), abgerufen am 15.10.2026 [https://www.rondomagazin.de/rezensionen/a-map-is-not-the-territory-bewe…]

17. Juni 2005 
"Er verfügt über die kompositiorischen Mittel, die unter anderem durch die Geschichte der Moderne und der Avantgarde bereitgestellt wurden, elektronisches Komponieren selbstverständlich mit eingeschlossen. Er hat sich jedoch den Sinn für die Unmittelbarkeit der Musik bewahrt - in den feinen Nuancierungen wie in den gewaltigen Implosionen und Explosionen, zu denen seine Musik fähig ist. 
Neue Zeitschrift für Musik: Andeuten, illustrieren, verführen (Habakuk Traber, 2005)

17. Juni 2005
"Die Klangpalette wird liebe- und stimmungsvoll aufbereitet. Erst allmählich gewinnt sich das Werk Klangstärke, Gegenwärtigkeit, instrumentale Gewalttätigkeit. Dann hämmert es seine Klangthesen nachhaltig und unabweisbar ans philharmonische Tor. Es krempelt sozusagen die Ärmel auf und läßt den musikalischen Muskel spielen. Athletenmusik, an und abschwellend, in der Konzertarena." 
Die Welt: Auf hohen Wellen (Klaus Geitel, 2005)

30. März 2002 
"Mit Johannes Maria Staud wurde am Freitag ein junger österreichischer Komponist (Jahrgang 1974) als Preisträger gewürdigt, der eine erstaunlich sichere Hand und eine bemerkenswert eigenständige Handschrift zu erkennen gibt." 
Salzburger Nachrichten: Geistig durchdringend (Karl Harb, 2002)

Diskografie (Auswahl)

2024 Johannes Maria Staud: Chamber Music (Neos)
2007 Johannes Maria Staud: Apeiron (Kairos) 
2003 Johannes Maria Staud: A Map Is Not The Territory (Kairos)
2003 Berenice. Lied Vom Verschwinden: Erste Bank Kompositionsauftrag 2002 (Kairos)

Tonträger mit seinen Werken 
2025 Pfandgut Rendezvous - Mikhaïl Bouzine (LIMINALITY) // Track 18: Bewegungen
2023 Contemporary Concertos For Saxophone - Marcus Weiss (WERGO) // Track 7: Violent Incidents (Hommage A Bruce Nauman)
2020 A New Century, Vol. 2 - The Cleveland Orchestra, Franz Welser-Möst (The Cleveland Orchestra) // CD 2, Track 1: Stromab
2020 Rendering - Richard Haynes (Self-Release Richard Haynes) // Track 3: Black Moon
2020 The Diabelli Project - Rudolf Buchbinder (Deutsche Grammophon) // CD 2, Track 10: À Propos De... Diabelli
2020 The New Diabelli - Rudolf Buchbinder (LP; Deutsche Grammophon) // B4: À Propos De... Diabelli
2020 Beschenkt - Ensemble Modern (Ensemble Modern Medien) // CD 1, Track 7: Incipit -- Fragmentum Hibernum
2019 Farbenspiel - Trio Partout (Gramola) // Track 4: Sydenham Music
2019 As if - Trio Catch, Sun-Young Nam (Bastille Musique) // Track 8: Wasserzeichen
2018 Time and Motion - Hugo Queirós (Orlando Records) // Track 3: Black Moon
2018 Wittener Tage Für Neue Kammermusik 2018 (Kulturforum Witten) // CD 2, Track 3: Im Lichte II
2017 Music For Strings: Auftragswerke Des Internationalen Musikwettbewerbs Der ARD (BR Klassik) // Track 2: Towards A Brighter Hue Für Violine Solo
2017 I was like WOW - Lorelei Dowling (TYXart) // Track 6: Celluloid
2016 Gifts And Greetings - Arditti String Quartet (Winter & Winter) // Track 17: Stringendo (Zugabe Für Emil Breisach)
2016 Musik Und Glaube (Westdeutscher Rundfunk) // Track 1: Par Là
2014 Liebeslieder / Love Songs - ensemble recherche (WERGO) // CD 2, Track 7: Chant D'Amour 
2013 Vorwärts | Rückwärts: 25th anniversary edition of Klangforum Wien - Klangforum Wien, Sylvain Cambreling (Kairos) // Tracks 12-16: One Movement and five miniatures
2013 Der Unwiderstehliche Klang Der Neuen Musik. (Kairos) // Track 23: Apeiron
2013 The Symphonies And Reflections - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons (BR Klassik) // CD 1, Track 5: Maniai
2010 102 Masterpieces: ORF Vienna Radio Symphony Orchestra Miniatures (Capriccio) // CD 2, Track 38: Eine Ecke Aus Dem Polygon
2010 Roor - Ensemble Modern, Uew Dierksen (SACD; Ensemble Modern Medien) // CD 1, Track 7: Esquisse Retouchée (Incipit II)
2010 Compositions Commissioned By The European Forum Alpbach (1953, 1962) (2005–2009) (European Forum Alpbach) // CD 2, Track 2: Sydenham Music
2008 Strauss - Staud - Enescu - Karina Buschinger, Paul Rivinius (CC Classic Clips) // Track 4: Towards A Brighter Hue
2008 Klavier-Festival Ruhr Vol. 9: Transkriptionen & Paraphrasen (CAvi) // CD 3, Track 1: Peras
2007 Der Unwiderstehliche Klang Der Neuen Musik (Kairos) // Track 14: Apeiron; Track 45: A Map Is Not The Territory
2007 Soundscapes 4 Advanced: Staud • Urbanner • Essl • Klein - ensemble xx. jahrhundert, Peter Burwik (Gramola) // Track 1: Configurations/Reflet 
2004 Klavier-Festival Ruhr 2004 - Tamara Stefanovich (Initiativkreis Ruhr) // Track 4: Bewegungen
2004 Remix Ensemble - Remix Ensemble (Numérica) // CD 2, Track 3: Configurations/Reflet
2003 Neue Musik Aus Österreich (IV) (ORF-Edition Zeitton) // CD 1, Tracks 6-7: ...Gleichsam Als Ob...
2001 Wittener Tage Für Neue Kammermusik 2001 (Kulturforum Witten) // CD 1, Track 5: Der Kleinste Abstand Zwischen Zwei Gegenständen

Literatur

mica-Archiv: Johannes Maria Staud

2006 Rögl, Heinz: Komponieren heute ist spannender denn je – Johannes Maria Staud im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2007 Ender, Daniel: Achtzehn Portraitskizzen und ein Essay [Portraits über Herbert Willi, Gerhard E. Winkler, Christian Ofenbauer, Gerd Kühr, Georg Friedrich Haas, Jorge E. López, Herbert Grassl, Olga Neuwirth, Christian Mühlbacher, Thomas Heinisch, Alexander Stankovski, Germán Toro-Pérez, Johannes Maria Staud, Clemens Gadenstätter, Wolfram Schurig, Wolfgang Mitterer, Bernhard Gander und Klaus Lang]. Wien: Sonderzahl.
2008 Rögl, Heinz: Mozartwoche Salzburg - Uraufführungen von Staud und Larcher. In: mica-Musikmagazin.
2008 Reiter, Sabine: Johannes Maria Staud – Österreichische Erstaufführung im Musikverein. In: mica-Musikmagazin.
2009 Emil-Berlanda-Preis 2009 am Johannes Maria Staud. In: mica-Musikmagazin.
2009 Johannes Maria Staud erhält den Paul Hindemith-Preis 2009. In: mica-Musikmagazin.
2009 Strubinsky, Ursula: Interview mit Johannes Maria Staud. In: mica-Musikmagazin. 
2009 Rögl, Heinz: Musikprotokoll in Graz - "Alte" und "Neue" Musik für Orchester, Ensemble und Solisten. In: mica-Musikmagazin. 
2009 Rögl, Heinz: Wien Modern - Höhepunkte zwischen 10.11 und 15.11. 2009 (Tagebuch und Nachbericht). In: mica-Musikmagazin. 
2010 Rögl, Heinz: Bregenzer Festspiele: Kunst aus der Zeit (Lopez, Staud,) und Schwerpunkt Mieczysław Weinberg (ab Mittwoch, 21. Juli). In: mica-Musikmagazin. 
2010 Rögl, Heinz: Wien Modern 2010 - Das Eröffnungskonzert mit Werken von Johannes Maria Staud, Georg Friedrich Haas und Mark Andre. In: mica-Musikmagazin. 
2011 Uraufführungen von Georg Friedrich Haas und Johannes Maria Staud in Deutschland. In: mica-Musikmagazin. 
2011 Weberberger, Doris: WIEN MODERN 2011 - Tableaux Vivants (Nachbericht). In: mica-Musikmagazin. 
2012 Weberberger, Doris: Johannes Maria Staud - UA auf BR-Klassik. In: mica-Musikmagazin.
2012 Weberberger, Doris: Module zur zeitgenössischen Musik, Band 2. In: mica-Musikmagazin.
2013 Weberberger, Doris: Porträt: Johannes Maria Staud. In: mica-Musikmagazin.
2013 Von Architektur bis Wissenschaft: Krenek-Preis und Preise der Stadt Wien für 2012 verliehen. In: mica-Musikmagazin. 
2013 mica: Mozart Kinderorchester der Stiftung Mozarteum Salzburg. In: mica-Musikmagazin. 
2015 BOULANGER TRIO präsentiert österreichische Komponisten. In: mica-Musikmagazin.
2016 Rögl, Heinz: JOHANNES MARIA STAUD komponiert ein Auftragswerk der WIENER STAATSOPER. In: mica-Musikmagazin.
2017 Ranacher, Ruth: "Es ist ein Versuch, die Tür zur absoluten Freiheit aufzureißen […]" – JOHANNES MARIA STAUD im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2018 CARTE BLANCHE Á JOHANNES MARIA STAUD. In: mica-Musikmagazin.
2018 Über das Leben: 30. Osterfestival Tirol. In: mica-Musikmagazin.
2018 klang_sprachen 2018 - "Der Riß durch den Tag". In: mica-Musikmagazin.
2018 Woels, Michael Franz: "JETZT SIND WIR BEI DER POLITISCHEN OPER ANGELANGT" – JOHANNES MARIA STAUD IM MICA-INTERVIEW. In: mica-Musikmagazin.
2019 Symposion: LIBRETTO. Zukunftswerkstatt Musiktheater. In: mica-Musikmagazin.
2020 STATEMENTS ZUR CORONA-KRISE – WIE GEHT ES DER HEIMISCHEN MUSIKSZENE? (TEIL 4). In: mica-Musikmagazin.
2020 Benz, Nicola: Happy Baptism Day, Ludwig! – Teil 3: Bezüge zu Symphonien. In: mica-Musikmagazin.
2021 Ranacher, Ruth: Crossways in Contemporary Music: Choreografie & Tanz II. In: mica-Musikmagazin.
2022 Preisträger:innen des Österreichischen Kunstpreises 2022 bekanntgegeben. In: mica-Musikmagazin.
2023 ÖSTERREICHISCHE KUNSTPREISE UND OUTSTANDING ARTIST AWARDS 2022 VERGEBEN. In: mica-Musikmagazin.
2025 Klangspuren Schwaz: Bewerbungsfrist Composers Lab 2025 startet. In: mica-Musikmagazin.
2025 Tiroler Landespreis für Kunst 2025 geht an Johannes Maria Staud. In: mica-Musikmagazin.
2026 Missing in cantu (eure Paläste sind leer). In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Johannes Maria Staud
austrian music export: Johannes Maria Staud
Wikipedia: Johannes Mara Staud (englisch)
karsten witt musik management: Johannes Maria Staud
Instagram: Johannes Maria Staud
Universal Edition: Johannes Maria Staud (bis 2016)
Breitkopf & Härtel: Johannes Maria Staud (ab 2017)
Wien Modern: Johannes Maria Staud (2021)
Musikprotokoll im Steirischen Herbst: Johannes Maria Staud (2015)
Spotify: Johannes Maria Staud
YouTube-Video: Johannes Maria Staud – Österreichischer Kunstpreis 2022 für Musik (2023)
YouTube-Video: Zwischen Bleistift und KI – zeitgemäße Kompositionen von Johannes Maria Staud (2025)